La zappa

La zappa, 1978

Material / Technik / Bildträger

Schmiedeeisen, Olivenholz mit Brandzeichen

Maße

88 x 22 x 7 cm

Auflage

35, signiert und nummeriert

Bestand

Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne, Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Herausgeber

Edizioni Lucrezia De Domizio, Pescara

Werkverzeichnisnummer

Nr. 248

Foto

© Mario Gastinger, Photographics, München




Über das Werk

In den italienischen Abruzzen begann Beuys 1976 mit dem Projekt Fondazione per la rinascita dell’agricultura Italia, das auf einer Initiative der Free International University (F.I.U.) basierte, die er 1973 zusammen mit Klaus Staeck, Georg Meistermann und Willi Bongard gegründet hatte. Mit dem Projekt sollten traditionelle Anbaumethoden gefördert werden, die in der Nachkriegszeit zunehmend durch die moderne Landwirtschaft zurückgedrängt worden waren.

Schon während des Zweiten Weltkriegs war Beuys häufiger in Süditalien gewesen, wo ihn die bäuerliche Kultur, die sich dort seit Jahrhunderten kaum geändert hatte, tief beeindruckte.1 In dieser alten Kultur erkannte er eine Verbundenheit mit der Natur, die er mit seiner Stiftung wiederbeleben wollte. Im Zuge dieses Engagements produzierte er auch mehrere Multiples, die das Projekt bekanntmachen und durch ihre Verkaufserlöse finanzieren sollten. Dazu zählt auch La zappa, eine traditionell hergestellte schmiedeeiserne Hacke mit einem Griff aus einheimischem Olivenholz. Sie erinnert nicht nur an antikes Werkzeug aus der Etruskerzeit, sondern weist – anders als bei maschinell hergestellten Werkzeugen – durch die Spuren ihrer handgemachten Herstellung auch auf ihren Schöpfer hin.2 Neben La zappa produzierte Beuys weitere Multiples, die auf traditionellen Herstellungstechniken der Abruzzen-Bewohner beruhten, etwa das Olivenöl aus dem Multiple Ölkanne F.I.U.

 

1 Martin Kunz, „Gespräch mit Joseph Beuys“, in: Marianne Eigenheer (Hrsg.), Joseph Beuys, Spuren in Italien, Luzern 1979, o. S.

2 Ebda.

Siehe auch